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Erste deutsche Kohortenstudie zur Frauengesundheit
Die erste deutsche Kohortenstudie zur Frauengesundheit startete im Herbst 1998. Bis Ende 2002 haben sich fast 20.000 Frauen zwischen 18 und 65 Jahren freiwillig an der Befragung beteiligt. Sie wurden vor allem über ihre Frauenärzte in Niederlassung oder Krankenhaus sowie über Apotheken oder durch Anschreiben von Bevölkerungsstichproben dafür gewonnen. Inzwischen spricht sie sich herum: Neue Teilnehmerinnen werden nach dem "Schneeballprinzip" (z.B. Bekannte, Freundinnen) gewonnen.

Hauptfragestellungen der ersten Studienphase:
Wie verhält es sich mit der Nutzen-Risiko-Relation bei den modernen oralen Kontrazeptiva (OC)?
Erfragt wurden darüber hinaus: psychische und soziale Probleme, Lebensqualität, Befindlichkeit, Aspekte der Sexualität.

Wichtige Ergebnisse der ersten Studienphase:
Lebensplanung: Der grundsätzliche Gewinn an Freiheit in der Lebensplanung bei Einnahme eines oralen Kontrazeptivums ist bekannt und akzeptiert.
Über die Risiken muss jede Frau informiert werden, damit das für sie geeignete orale Verhütungsmittel ausgewählt werden kann.
Vermindertes Tumorrisiko: OCs der neueren Generation mit niedrigem Östrogen bergen kein erhöhtes Herzinfarktrisiko.
Die Wahrscheinlichkeit, an gut- oder bösartigen Tumoren einschließlich Brustkrebs zu erkranken, sinkt mit der Einnahme moderner OC sogar.
Nicht-kontrazeptiver Nutzen: Der nicht-kontrazeptive Nutzen der Pille, wie die Regulierung von Zyklusstörungen und Eisenmangelanämien, entzündlicher Erkrankungen im kleinen Becken, weniger Tumore, positive Effekte auf Haut und Haare, weniger Krankheitsausfall ist allgemein bekannt.
Lustgewinn: OC-Anwenderinnen beschreiben sich als körperlich gut in Form. Sie geben weniger sexuelle Defizite, mehr sexuelle Lust und besseres sexuelles Wohlbefinden an als Nicht-Anwenderinnen.

Bestandsaufnahme und Vorschau:
Die 20.000 teilnehmenden Frauen (entspricht bis Ende der ersten Studienphase bis 2001 etwa 400.000 Frauen-Beobachtungsjahren) sind keine „besondere“ Gruppe. Dazu wurden 1.000 Studienteilnehmerinnen mit einer zahlenmäßig gleich großen Gruppe aus vier repräsentativen Zufallsstichproben der nationalen Gesundheitssurveys 1986-1992 bezüglich der Merkmale verglichen. Es zeigte sich: Die Ergebnisse aus der Kohortenstudie sind deshalb durchaus auf die gesamte weibliche Bevölkerung verallgemeinerbar. Die Deutsche Kohortenstudie zur Frauengesundheit wird fortgesetzt.

Was versteht man unter Kohortenstudie? Eine Beobachtungsstudie unter Einbeziehung einer umfangreichen, nicht-spezifischen Bevölkerungsgruppe über einen längeren Zeitraum.
 
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