Virtueller Runder Tisch - Zukunft Gesundheit
 HomeSchlagwortindex zur ThemensucheArtikelarchiv durchsuchen
Ziemlich einfallslos: Griff in die Geldbörse
Von Annegret Hofmann
Ganz gleich, wie das Gesundheitsreformpapier am Schluss aussehen wird: Im Mittelpunkt steht der Patient, denn er zahlt.
Wer bis jetzt noch glaubte, die Senkung der Krankenkassenbeiträge, so sie denn überhaupt spürbar wird, erleichtere sein monatliches Budget, irrt. Denn gezahlt wird dann woanders. Am Tresen der Arztpraxis (Praxisgebühr), in der Apotheke (höhere Zahlungen), im Krankenhaus (ebenfalls höhere Zuzahlungen). Und das wird längst nicht alles sein.
So mutet es denn fast wie ein Hohn an, wenn in der gleichen Zeitung, die auf Seite eins die Reformvorschläge ankündigt, auf der Ratgeberseite empfohlen wird, bei plötzlichem Schwindel mit Sehstörungen umgehend den Arzt aufzusuchen. Es könnte ein Schlaganfall sein. Zehn Euro? Da wartet manch einer lieber mal noch ab.

Der Vorwurf an die Politik, die Gesundheitsreform, so wie sie sich jetzt darstellt, ziele allein auf finanzielle Einsparungen, ist gerechtfertigt. Viel zu wenig wurde über Qualität diskutiert, viel zu wenig darüber, welches Gesundheitssystem die Bürger in diesem Lande wollen. Die Transparenz, die die Politik richtigerweise von den Protagonisten im Gesundheitswesen fordern, haben sie selber nicht geliefert. Nach diesen neuerlichen Reformansatz sind die Versicherten, die Patienten nicht schlauer als zuvor. Ihr Mittun an einem leistungsfähigen System ist nicht wirklich stimuliert worden. Es allein über das Portmonee zu versuchen, ist ziemlich einfallslos.
In den Foren
Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag kommentiert >>>
 Zum Seitenanfang