Virtueller Runder Tisch - Zukunft Gesundheit
 HomeSchlagwortindex zur ThemensucheArtikelarchiv durchsuchen
Anstrengungen zur Bekämpfung von AIDS dürfen nicht nachlassen
Zum Weltaidstag am 1. Dezember 2003 erklären der drogen- und suchtpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Detlef Parr, und der FDP-Bundesvorsitzende und Kuratoriumsmitglied der Deutschen AIDS-Stiftung, Dr. Guido Westerwelle:

AIDS ist eine größere und gefährlichere Menschheitsbedrohung als die Pest des Mittelalters. Die weltweite Ausweitung der AIDS-Epidemie direkt vor unserer Haustür in Osteuropa, noch stärker in Asien und besonders schlimm in Afrika, ist erschreckend. In Afrika, aber auch in Indien bedrohen dramatisch hohe Infektionsraten von bis zu 30 Prozent die Existenz ganzer Generationen und zerstören Gesellschaften. Durch Aids droht der Welt eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe.

Die FDP fordert die Bundesregierung auf, den deutschen Finanzbeitrag zu dem „Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria“ endlich zu leisten, anstatt den deutschen Einsatz gegen die weltweite Ausbreitung von AIDS schönzureden und schönzurechnen. Die rot-grüne Bundesregierung rechnet zum Beispiel zahlreiche Entwicklungshilfeprojekte in den deutschen Beitrag zum weltweiten Kampf gegen AIDS ein. Durch solche Buchhalter-Tricks wird verhindert, dass der weltweite Fonds gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria wirksam arbeiten kann, denn das setzt voraus, dass Europa eine Milliarde echten Geldes zusammen bringt und tatsächlich überweist. Namentlich die deutsche Bundesregierung ist dafür verantwortlich, dass seit der Verweigerung einer Beschlussfassung auf dem EU-Gipfel nicht nur die eine Milliarde EU-Gelder, sondern auch die von den USA bereits zugesagte eine Milliarde Hilfsgelder dem weltweiten Kampf gegen AIDS vorerst entzogen sind. Es darf nicht sein, dass durch die Hinhaltepolitik der deutschen Bundesregierung internationale Kampagnen und Maßnahmen gegen die Ausbreitung von AIDS scheitern oder gestoppt werden. Wer die Bekämpfung von AIDS blockiert oder verzögert, macht sich mit schuldig am Tod von Millionen Menschen weltweit.

Die meisten europäischen Nachbarländer haben mit sehr viel höheren Infektionsraten zu kämpfen als Deutschland. Das ist für Deutschland nicht beruhigend, sondern alarmierend. Immer noch infizieren sich jedes Jahr in Deutschland 2000 Menschen neu mit HIV. Gleichzeitig ist die Aufklärungsarbeit gegenüber der Bedrohung durch HIV und AIDS in Deutschland nachgewiesenermaßen rückläufig. Praktisch bedeutet das: Die Sorglosigkeit gegenüber der AIDS-Bedrohung nimmt in Deutschland wieder zu. Das ist für viele Menschen tödlich.

Aufklärung und kontinuierliche Vorbeugung sind dringender geboten denn je. Besonders die junge Generation, die den AIDS-Schock der 80er Jahre nicht miterlebt hat, muss von den Aufklärungskampagnen der öffentlichen Hand besser erreicht werden. Schon vom Jugendalter an muss auf die Gefahren dieser Krankheit aufmerksam gemacht werden. Jede Ansteckung mit HIV, die durch Aufklärung und Vorbeugung verhindert werden kann, verhindert menschliches Leid und erhält Leben. Mit der Kampagne "Gib-Aids-keine-Chance" leistet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seit Jahren gute Aufklärungsarbeit. Aber es wird nicht reichen, mit ein paar bunten Kondom-Plakaten gegen die wachsende AIDS-Gefahr anzugehen.

Deutschland muss seine Anstregungen gegen AIDS deutlich national und international verstärken. Die AIDS-Bekämpfung muss endlich auch in Deutschland wie in den USA und in Frankreich zur Chefsache werden. Die FDP fordert deshalb eine Verdopplung des bislang von der Bundesregierung bereitgestellten deutschen Beitrags am „Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria“. Wir Deutschen tragen national wie international eine hohe Verantwortung im Kampf gegen AIDS. Wir dürfen uns nicht kleinkrämerisch herausstehlen.
 
In den Foren
Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag kommentiert >>>
 Zum Seitenanfang