Virtueller Runder Tisch - Zukunft Gesundheit
 HomeSchlagwortindex zur ThemensucheArtikelarchiv durchsuchen
Hohe Qualität deutscher Nahrungsmittel
Aus dem Vortrag "Gesunde Lebensmittel und ihre Qualität - Sicherheit durch ökologische Landwirtschaft?" der Sprecherin für Ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan , auf dem Seminar "Europas Landwirtschaft nach Thessaloniki und Luxemburg" der Europäischen Akademie:

Die in Deutschland produzierten Nahrungsmittel haben eine sehr hohe Qualität. Trotz aller immer wieder aufflackernder Diskussionen um die Qualität unserer Lebensmittel gilt: Die heimischen Lebensmittel sind gesund und schmecken gut. Deshalb geht die von Foodwatch geforderte "Qualitätswende" ebenso wie vorher die "Agrarwende" der Bundesregierung an der Realität in der Land- und Ernährungswirtschaft vorbei. Die Überschriften "Agrarwende" und "Qualitätswende" sind politische Forderungen, die ein falsches Qualitätsbild von Lebensmitteln vermitteln. Diese Irreführung der Verbraucher wird durch folgende Tatsache unterstrichen: Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen das Risiko einer Erkrankung durch den Verzehr von BSE-Fleisch als genau so hoch ein wie durch Rauchen. Das ist auf der Grundlage der Fakten nicht zu erwarten: Jahr für Jahr sind 111 000 Tabakbedingte Todesfälle zu bedauern (www.sucht.de), dagegen ist bis heute in Deutschland noch niemand an der durch BSE verursachten!
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben. Das macht sehr deutlich, dass wir vordringlich eine Wende in der Risikodiskussion brauchen.
Der Statusbericht 2003 "Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsverfahren", vorgelegt von der Arbeitsgruppe des Senats der Bundesforschungsanstalten "Qualitative Bewertung von Lebensmitteln aus alternativer und konventioneller Produktion" weist auf eine weitere interessante Fehleinschätzung der Öffentlichkeit hin. In der Schlussbetrachtung dieses Berichtes heißt es: "Bis heute gibt es damit letztlich keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass der Verzehr von ökologisch erzeugten Lebensmitteln direkt die Gesundheit des Menschen fördert." Dennoch glauben viele Verbraucherinnen und Verbraucher an die Überlegenheit von Ökoprodukten.
Vor diesem Hintergrund fordere ich:
- Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen bei politischen Entscheidungen über landwirtschaftliche Produktionsmethoden stärker berücksichtigt werden als bisher.
-Nur dort, wo die Indikatoren gestützte Bewertung der landwirtschaftlichen Bodennutzung Vorteile des ökologischen Landbaus für die Umwelt ergeben, ist eine öffentliche Förderung des ökologischen Landbaus im Gemeinwohlinteresse vertretbar.
- Die Kommunikation über Risiken der Ernährung und ihre Vermeidung muss sehr viel stärker die Erkenntnisse der Risikopsychologie berücksichtigen. Dies erfordert die Bereitschaft von Politik und Medien Verbraucherinnen und Verbraucher nicht für ihre Interessen zu instrumentalisieren.
 
In den Foren
Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag kommentiert >>>
Weitere Artikel:
 Zum Seitenanfang