Virtueller Runder Tisch - Zukunft Gesundheit
 HomeSchlagwortindex zur ThemensucheArtikelarchiv durchsuchen
Am falschen Ende gespart
Von Annegret Hofmann
Seit Jahren bemühen sich Ärzte, ihren Patienten Krankenhausaufenthalte zu ersparen. Schon aus Kostengründen, denn zu lange Verweildauer und unnötige Einweisungen kommen immer wieder in die Kritik.
Diabetiker, die gut eingestellt sind, müssen ebenso wenig ins Krankenhaus wie Asthmatiker mit guter Compliance oder Bluthochdruck-Patienten, die ihre Medikamente regelmäßig nehmen und sich an die Ratschläge des Arztes halten. Sind sie deshalb nicht chronisch krank? Haben sie nicht dennoch hohe, weil regelmäßig anfallende Arzneimittelkosten?
Gerade der kooperative Patient, der gemeinsam mit seinem Arzt Krankenhausaufenthalte so weit wie möglich vermeidet, soll jetzt bestraft werden. Nach dem Willen des Gremiums der Ärzteschaft gilt er nicht als schwer chronisch krank und soll deshalb zwei Prozent seines Bruttoeinkommens für Zuzahlungen aufwenden.
Als Lösung bietet sich an: Der gutmeinende Arzt weist seinen Hypertoniker, Diabetiker, Asthmatiker gelegentlich ins Krankenhaus ein, damit dieser in den Genuss der baldigen Zuzahlungsminderung (ein Prozent des Bruttoeinkommens) kommt. Und das kommt das Gesundheitssystem dann wirklich teuer.
 
In den Foren
Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag kommentiert >>>
 Zum Seitenanfang