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Bis zu 80 Prozent aller Asthmatiker leiden an allergischer Rhinitis - dank eines Wirkstoffs können sie zweifach aufatmen
In aktuellen internationalen Studien hat der Leukotrien-Rezeptorantagonist Montelukast seine hohe antientzündliche Wirksamkeit unter Beweis gestellt und sich sowohl in der Monotherapie des Belastungsasthmas als auch als Kombinationspartner inhalativer Steroide bewährt, wenn leichtes bis mittelgradiges chronisches Asthma mit diesen alleine nicht ausreichend behandelt werden kann. Patienten, die neben Asthma auch unter allergischer Rhinitis leiden, profitieren besonders von der Therapie mit dem Leukotrien-Rezeptorantagonisten. Dies konnte in einer Subgruppenanalyse der internationalen, multizentrischen COMPACT-Studie kürzlich bestätigt werden. Am 21. Januar 2004 hat der Wirkstoff Montelukast 10mg nun auch die Zulassung für die Indikation Saisonale Allergische Rhinitis erhalten. Patienten mit Asthma und saisonaler allergischer Rhinitis können mit einer einmal täglichen Tablette SINGULAIR® doppelt aufatmen.

Mit Beginn der Pollensaison verstärken sich die Asthmasymptome vieler Patienten drastisch. Die Komorbidität von Asthma und allergischer Rhinitis ist in den letzten Jahren stärker in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Es konnte gezeigt werden, dass bei bis zu 80 Prozent der Asthmapatienten gleichzeitig eine allergische Rhinitis besteht. Umgekehrt lässt sich bei Patienten mit allergischer Rhinitis sehr häufig auch eine bronchiale Entzündung und Hyperreagibilität nachweisen. Diese Beobachtungen führten u. a. dazu, Asthma und allergische Rhinitis als eine Systemerkrankung zu begreifen, was sich in dem Slogan „One Airway - one disease“ niederschlägt.

Patienten mit Asthma und allergischer Rhinitis profitieren besonders
Dies wurde durch eine Subgruppenanalyse der COMPACT (Clinical Observation of Montelukast as a Partner Agent for Complementary Therapy) -Studie bestätigt: In dieser doppelblinden Parallelgruppenuntersuchung wurde bei 889 erwachsenen Asthmatikern, die trotz einer Dauertherapie mit inhalativen Kortikoiden noch symptomatisch waren, die Effektivität der zusätzlichen Gabe von Montelukast 10 mg im Vergleich zur Verdoppelung der Budesoniddosis von zweimal täglich 400 µg auf zweimal täglich 800 µg geprüft.

In beiden Behandlungsgruppen verbesserte sich der morgendliche PEF (peak exspiratory flow)-Wert im Lauf von 12 Wochen. In der Subgruppe der Patienten mit allergischer Rhinitis fiel das Behandlungsergebnis signifikant zugunsten der Montelukastgruppe aus: 14,2 l/min (95 % KI: 1,6; 26,8; p= 0,03) im Vergleich zu 4,2 I/min (p= 0,36) in der Gesamtkohorte.

Leukotriene: wesentliche Entzündungsmediatoren der oberen und unteren Atemwege
Die allergische Entzündung als Schlüsselfaktor weist in den oberen und unteren Atemwegen viele Gemeinsamkeiten auf. Die gleichen Zellen, insbesondere eosinophile Granulozyten, sind in der Nasen- und der Bronchialschleimhaut nachweisbar und unterhalten dort eine chronische Entzündung, die im Falle der allergischen Erkrankung durch Allergenexposition und IgE-vermittelte Mastzelldegranulation getriggert werden.

Die Cysteinyl-Leukotriene LTC4, LTB4 und LTD4 sind maßgebliche Entzündungsmediatoren beim Asthma und bei der allergischen Rhinitis. Leukotriene werden nach Allergenprovokation freigesetzt und sind für die Entstehung wichtiger proinflammatorischer Effekte verantwortlich.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
Die therapeutischen Maßnahmen für die Behandlung der oberen und unteren Atemwege sollten in ein gemeinsames Therapiekonzept zusammengeführt werden. Nach den Empfehlungen der ARIA Guidelines (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma), die in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO erarbeitet wurden, sollte bei Asthmatikern generell nach einer allergischen Rhinitis gefahndet werden. Für diese Patienten stellt Montelukast eine einfache, effektive und gut verträgliche Therapieoption dar.

Montelukast 10 mg ist zur Prophylaxe des Belastungsasthmas und als Zusatztherapie bei leichtem bis mittelgradigem Asthma zugelassen. Im Januar 2004 wurde außerdem die Zulassung zur Therapie der saisonalen allergischen Rhinitis erteilt.
 
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