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Ärztekammerpräsident: Ärztliche Versorgung in Sachsen nur durch starke eigene Bemühungen zu lösen
In Sachsen ist die flächendeckende hausärztliche Versorgung nicht mehr sichergestellt. Wie der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze. mitteilt, ist die Zahl Hausärzte in Sachsen im Jahr 2003 um 58 zurückgegangen. Damit sei das Hausarztmodell der Bundesregierung in Sachsen in Frage gestellt.
Gravierende Auswirkungen auf die Alterstruktur der Ärzte. Hat der Nachwuchsmangel. Waren im Jahre 2001 noch 19,3 Prozent der Ärzte unter 35 Jahre alt, so liegt dieser Anteil nunmehr bei 17,7 Prozent. Dies entspricht einem Rückgang des Anteils junger Ärzte in nur zwei Jahren um sieben Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Ärzte, die 60 Jahre und älter sind, von 10,2 Prozent (2001) auf 14,1 Prozent (2003). Damit nahm der Anteil älterer Ärzte in nur zwei Jahren um 40 Prozent zu.
„Die Nachwuchsentwicklung ist alarmierend. Denn ohne eine ausreichende Anzahl junger Ärzte werden wir die steigende Nachfrage nach ärztlichen Leistungen nicht decken können“, warnt Prof. Schulze. „Wenn wir es nicht schaffen, den Abwärtstrend beim ärztlichen Nachwuchs zu stoppen, wird sich auf Dauer nur noch eine Mindestversorgung mit ausgeprägter Wartelistenmedizin aufrechterhalten lassen.“
Er verwart sich gleichzeitig dagegen, dieses Problem durch Anwerbung ausländischer Ärzte vor allem aus Osteuropa lösen zu wollen. Dadurch könne die Lage in deutschen Kliniken zwar zeitweise entspannt werden, in den Heimatländern führe der Weggang gut ausgebildeter Fachkräfte aber zu großen Lücken in der ärztlichen Versorgung. „Wir können nicht bei uns Löcher stopfen und bei unseren Nachbarn in Osteuropa neue Löcher reißen. Das ist nicht nur unfair, das ist unethisch. Wir kommen nicht umhin, unsere Probleme selbst zu lösen“, sagte Prof. Schulze.
 
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