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Technischen Fortschritt zum Nutzen betroffener Eltern nutzen
Detlef Parr, Gesundheitsexperte der FDP-Bundestagsfraktion, zur Forderung des CSU-Parteivorstandes nach einem Verbot der Präimplantationsdiagnostik
Es ist unverständlich, dass sich die CSU so klar für ein völliges Verbot der Präimplantationsdiagnostik ausspricht. Mit der Keule „Dammbruch“ wird unsensibel geschwungen, ohne die Realitäten anzuerkennen.

Eine ländervergleichende Studie des Büros für Technologiefolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag analysiert, dass dann, wenn Präimplantationsdiagnostik in rechtlich engen Grenzen zugelassen wird, kein Dammbruch zu befürchten ist. Solche Erfahrungen aus dem Ausland sollten bei uns nicht einfach ignoriert werden.
Darüber hinaus hat eine Anfang des Jahres von der Universität Marburg erstellte Studie zur Einstellung der betroffenen Eltern zur PID ergeben, dass diese sich mehrheitlich die diagnostische Methode wünschen - nicht weil sie eine besonders negative Einstellung zu behinderten Menschen hätten, sondern eine besonders gute. Denn meist haben betroffene Eltern schon mindestens ein behindertes Kind und wünschen sich ein weiteres, nicht-behindertes Kind.

Unsere Gesellschaft wird nicht durch ein Verbot der PID behindertenfreundlicher, sondern durch eine konsequente Integrationspolitik, die jeden in unserer Gesellschaft erreichen muss. Aussagen wir die von Herrn Glück polarisieren hingegen und helfen in der Sache nicht weiter.
Wir können den technischen Forschritt nicht ignorieren und seine Möglichkeiten, den Menschen zu helfen, ungenutzt lassen. Daher bleibt die FDP-Bundestagsfraktion bei ihrem Beschluss, PID in eng gesetztem Rahmen zuzulassen und ihre Möglichkeiten den betroffenen Eltern zugänglich zu machen. Ein entsprechender Gesetzentwurf der FDP wird noch diese Legislaturperiode zur Entscheidung anstehen.
 
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