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Pillen gegen Demenz – sie wirken doch
Kompetenznetz Demenz zum Einsatz von Antidementiva in der Therapie gegen Alzheimer
„Sie helfen doch!“ Das war die zentrale Botschaft des Kompetenznetzes Demenzen auf einer heutigen Pressekonferenz in Berlin. Gemeint sind die Antidementiva in der Therapie der Alzheimer Krankheit.

Dem vorausgegangen war eine Veröffentlichung im Spiegel, die zu erheblichen Verunsicherungen bei Patienten und Betroffenen geführt habe. Prof. Dr. Fritz A. Henn, Sprecher des Kompetenznetzes Demenz und Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, Mannheim, widersprach so auch der Aussage des Spiegel-Artikels „die teuren Pillen helfen den Patienten nicht“ und deren Einsatz sei „bei vorhandener Datenlage wissenschaftlich nicht begründet“. Er verwies darauf, dass der Einsatz dieser Medikamente vergleichbar sei solchen in der Onkologie und Rheumatologie. „Für einige unserer älteren Patienten“, so Prof. Henn, „ist der Einsatz von Acetylcholinesterase-Hemmern von substantiellem Nutzen und mit einem Gewinn an Lebensqualität verbunden, bei anderen zeigt sich ein nur geringer beziehungsweise kein Effekt. Nichtsdestotrotz würde ich jederzeit diese Medikamente meiner 97jährigen Mutter verordnen, sollte diese Symptome einer Alzheimer Demenz entwickeln und würde es als Diskriminierung dieser Altersgruppe sehen, älteren Patienten derartige Hilfsmittel zu verweigern.“

Darauf verwies auch die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., Sabine Jansen. Selbst wenn die Medikamente nicht bei allen Patienten eine Wirksamkeit zeigten und auch dann nur eine Verzögerung der Krankheit bewirkten, so sei ein Jahr mehr an Lebensqualität sowohl für Betroffene wie auch ihre Angehörigen ein äußerst wichtiger Fakt. Sie verwehrte sich außerdem dagegen, dass in dem Spiegel-Artikel der Eindruck erweckt wurde, Alzheimer-Kranke würden so zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherungen Geld verschwenden.
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