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„Sie helfen doch!“
Kompetenznetz Demenzen zur Bedeutung der Antidementiva in der Therapie der Alzheimer Krankheit
Pressekonferenz „Sie helfen doch!“

Die modernen Acetylcholinesterase-Hemmstoffe (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin) sind wirksame Medikamente bei der Alzheimer Krankheit. Sie sind auf der Basis von großen, methodisch vernünftigen Studien über ein ordnungsgemäßes Zulassungsverfahren nach den Regeln der Kunst u.a. in Deutschland und den USA zugelassen worden. Das offizielle Zulassungsverfahren ist stark reglementiert und statistisch einwandfrei abgesichert.

Die Wirkungen dieser Antidementiva sind über objektive Messinstrumente nachweislich belegt. Wichtiger und relevanter aber für den einzelnen Patienten und dessen Angehörige sind die häufig positiven Wirkungen, die diese Medikamente bei der Bewältigung der Alltagsanforderungen haben. Seitdem diese Substanzen zur Verfügung stehen, hat sich die Behandlung der Alzheimer Krankheit eindeutig verbessert. Wer dies verkennt, missachtet das Leiden der Patienten und die Not der Angehörigen.

Ohne Zweifel bedeuten die derzeit verfügbaren Medikamente erst einen kleinen Schritt vorwärts in der Behandlung der Alzheimer Krankheit, heilen können diese Medikamente die Erkrankung nicht. Sie können aber sehr wohl die Lebensqualität für die Patienten und deren Angehörige verbessern sowie die Geschwindigkeit, mit der die Demenz fortschreitet, abbremsen. Damit sind wir mit diesen Medikamenten noch weit von dem Ziel entfernt, das man sich für das Wohl der Patienten wünscht.

Die Grundaussage, die in dem SPIEGEL-Artikel wiedergegeben wird – „die teuren Pillen helfen den Patienten nicht“ – ist sachlich nicht richtig. Ebenso ist die in dem Artikel zitierte Aussage, dass „… der Einsatz von Donepezil, Rivastigmin und Galantamin bei der vorhandenen Datenlage wissenschaftlich nicht begründet ist…“, sachlich falsch.

Das Kompetenznetz Demenzen teilt nicht die Ansichten, die in dem SPIEGEL-Artikel transportiert werden, und distanziert sich ausdrücklich von den Schlussfolgerungen des Autors und der befragten Wissenschaftler.

Die Studie der Hamburger Autoren, auf die sich der SPIEGEL-Artikel bezieht, ist nicht veröffentlicht. Somit ist es unklar, welche methodische Qualität die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den bewerteten Studien hat. In der Evidence Based Medicine ist allgemein anerkannt, dass die zusammenfassende Analyse der veröffentlichten methodisch abgesicherten Studien durch die Cochrane Gruppe das Höchstmaß an möglicher Evidenz liefert. Die Cochrane-Gruppe kommt zu der eindeutigen Schlussfolgerung, dass die modernen Acetylcholinesterase- Hemmstoffe wirksam sind (www.cochrane.de).

Den Schlussfolgerungen aus der zitierten Studie („AD2000“) der britischen Medizinzeitschrift „Lancet“, mit der sich das Kompetenznetz Demenzen intensiv auseinandergesetzt hat, kann ebenfalls nicht beigepflichtet werden, da diese Studie erhebliche methodische Mängel aufweist.

Das internationale Beratungsgremium des Kompetenznetz Demenzen hat demzufolge zur Verwendung eines Acetylcholinesterase-Hemmstoffes in den Therapie-Studien des Kompetenznetzes geraten. Die Anwendung der Medikamente bei Alzheimer Kranken ist sicher, und die Medikamente beinhalten nur vertretbare Nebenwirkungen.
 
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