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DMP Diabetes von Ärzten harsch kritisiert
Dresden/Berlin. Ein hoher Verwaltungsaufwand und das Herunterfahren von Therapiestandards aus wirtschaftlichen Gründen kennzeichnen das Disease Management Programm Diabetes: Mit solch scharfer Kritik an dieser Maßnahme des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes treten Sachsens Ärzte an die Öffentlichkeit.
Die Fachkommission Diabetes der Landesärztekammer verweist darauf, dass eine in Sachsen bewährte standardisierte Therapie des Diabetes, die wirkungsvoller, weniger bürokratisch und kostengünstiger gewesen sei, bei Einführung des DMP hatte eingestellt werden müssen. Der Druck der Kassen, Kranke zu akquirieren, um Mittel einstreichen zu können, die aufwändige Dokumentation und die Vorgabe, nur bestimmte Medikamente einzusetzen, habe zu einer Verschlechterung der Versorgung von Diabetikern geführt.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Berliner Diabetologin Dr. med. Elke Austenat, die in ihren soeben erschienenen Buch „Das Diabetes-Komplott“ Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihre Berater für die unzureichende Versorgung der an Diabetes Erkrankten verantwortlich macht. Austenat, deren Buch vor wenigen Tagen in Berlin der Presse vorgestellt wurde, stellt fest, dass die medikamentöse Diabetestherapie auf den Stand der 60er und 70er Jahre zurückgefahren wurde. Dazu, so die Ärztin, kämen die haarsträubenden Kürzungen der Krankenkassen, so z. B. bei der Verordnung von Teststreifen, die von einer Vielzahl der Patienten jetzt selbst bezahlt werden müssten. „Folgerkrankungen wie Erblindungen, notwendig werdende Amputationen, Nierenschädigungen werden zunehmen, die Kosten für die Gesellschaft und das individuelle Leiden nehmen absehbar zu“, sagte die Diabetologin.
(Elke Austenat, Das Diabetes-Komplott, ABW.Wissenschaftsverlag Berlin 2004, ISBN 3-936072-329)
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