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Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie wie Männer
2. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle am 15. und 16. Dezember 2004 im Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg
Rauchen tötet zunehmend auch die Frauen: "Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie wie Männer" erklärt die Tagungspräsidentin der 2. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle, die Heidelberger Medizinerin Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum, "die Lungenkrebstodesfälle sind insbesondere bei jüngeren Frauen im letzten Jahrzehnt um 60% angestiegen, ebenso hat die Zahl der Herzinfarkte von jungen Frauen deutlich zugenommen."
Rauchen tötet allein in Deutschland über 110 000 Menschen jährlich, dies sind mehr Todesfälle als durch Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen; und die Opfer des Zigarettenkonsums werden immer jünger: Frauen und Männer, die in ihren mittleren Lebensjahren versterben, büßen eine Lebenserwartung von weit über 20 Jahren ein.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert die politisch Verantwortlichen auf, der Tabakepidemie Einhalt zu gebieten mit Maßnahmen, deren Wirksamkeit längst belegt ist: Dies sind drastische Tabaksteuererhöhungen und eine rigide Bekämpfung des Zigarettenschmuggels, ein umfassendes Tabakwerbeverbot und die Schaffung einer rauchfreien Umwelt. Rauchfreie Kinder- und Jugendeinrichtungen, rauchfreie Schulen und öffentliche Einrichtungen sowie rauchfreie Arbeitsplätze sind ein Gebot der Stunde. Aber auch die Abgabe und der Vertrieb von Tabakwaren muss drastisch eingeschränkt werden. Hierzu gehören ein Verbot von Zigarettenautomaten und die Lizenzierung des Verkaufes von Tabakwaren nur in ausgewiesenen Tabakläden.

Viele andere europäische Staaten haben diese Maßnahmen bereits eingeleitet oder umgesetzt. Deutschland nimmt im europäischen Ranking bei der Tabakkontrolle einen der unteren Plätze ein und steht auf Platz 21 von 28 überprüften Ländern. Es besteht also dringend Handlungsbedarf.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.
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