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Tagesspiegel:
Rechnungen ohne Gewähr
Die ärztliche Gebührenordnung ist hoffnungslos veraltet – manche neue Behandlungsmethode kommt darin noch gar nicht vor
Berlin - Wenn es gegen Gesundheitspolitiker und deren Versäumnisse geht, kennen Ärztekammerpräsidenten kein Pardon. „Hier nicht tätig zu werden, heißt, eine Kriminalisierung der Ärzte billigend in Kauf zu nehmen“, schimpfte Jörg-Dietrich Hoppe beim jüngsten Medizinertag. Der Grund für den Ärzte-Ärger hat drei Buchstaben: GOÄ – die „Amtliche Gebührenordnung für Ärzte“. Das Leistungsverzeichnis für privatärztliche Behandlungen ist so veraltet, dass sich manche moderne Behandlungsmethode darin gar nicht findet. Die Folgen laut Hoppe: Anwendungsschwierigkeiten, Fehlinterpretationen, Rechtsunsicherheit.

Medizinern werde zugemutet, moderne Untersuchungs- und Behandlungsmethoden „auf der Grundlage eines Verzeichnisses des Jahres 1978 abzurechnen“, sagt Alfred Möhrle, Gebührenordnungsexperte der Ärztekammer. Dies sei ein „permanentes Ärgernis“ – zwischen Arzt und Versicherer ebenso wie zwischen Arzt und Patient. Betroffen davon seien 20 Prozent der Bevölkerung: 8,2 Millionen Bürger als Vollversicherte und 7,9 Millionen mit einer Zusatzversicherung.
 
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