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Erstmals belegt: Blutzucker-Selbstkontrolle korreliert bei Typ-2-Diabetes mit verbesserter Lebenserwartung und - qualität
Die Blutzucker-Selbstkontrolle senkt die Morbiditäts- und Mortalitätsrate von Typ-2-Diabetikern signifikant, wie die aktuelle ROSSO-Studie erstmals wissenschaftlich nachgewiesen hat. Der positive Effekt der Selbstmessung der Blutglukose (SMBG) ist dabei unabhängig vom aktuellen Therapieregime des Typ-2-Diabetikers. Unterstützt wurde die Studie von Roche Diagnostics.

Ein gesundheitsbewusster Lebensstil ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Management des Typ-2-Diabetes. Mit einer aktuellen Studie wurde nun zum ersten Mal wissenschaftlich belegt, dass die Selbstmessung der Blutglukose (SMBG) entscheidend zu einer Verbesserung des Lebensstils beitragen und damit das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko senken kann. Die Ergebnisse der ROSSO-Studie (Retrolective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes) wurde am 13. Juni 2005 im Rahmen der 65. Jahrestagung der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft (ADA) in San Diego, USA, erstmals der internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die Daten für die multizentrische Kohortenstudie stammten von 3.268 Patienten aus 192 repräsentativen Hausarztpraxen im gesamten Bundesgebiet und wurden im Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf und dem Profil Institut für Stoffwechselforschung in Neuss gesammelt und evaluiert. Finanziell unterstützt wurde die Durchführung der Studie durch ungebundene Forschungsgelder (unrestricted research grant) des Unternehmens Roche Diagnostics. Das Design dieser epidemiologischen multizentrischen Kohortenstudie mit einem in die Vergangenheit verlegten Startpunkt lieferte dabei aussagekräftige Daten in der Evidenzklasse 2b. Eine randomisierte Studie, bei der die eine Patientengruppe mit Typ-2-Diabetes über sechs bis sieben Jahre keine SMBG durchführen darf, während die andere Gruppe sehr häufig den Blutzucker messen muss, ist ethisch nicht vertretbar. Insofern kann dieser Zusammenhang nur durch eine epidemiologische Beobachtungsstudie, wie in der ROSSO-Studie geschehen, analysiert werden.

Mit der ROSSO-Studie wurde die Effektivität der Blutzucker-Selbstkontrolle erstmals nicht mit einem Surrogatparameter wie dem HbA1c-Wert, sondern anhand „harter Endpunkte“ untersucht. Die definierten nicht-tödlichen Endpunkte (Morbidität) waren Myokardinfarkt, Schlaganfall, Fußamputation, Erblindung oder die Notwendigkeit einer Hämodialysebehandlung. Für die Ermittlung der Mortalitätsrate wurden alle Todesfälle unabhängig von der jeweiligen Todesursache analysiert.

Für das Gesamtkollektiv ergaben die Studiendaten, dass das Morbiditätsrisiko in der Gruppe mit SMBG um etwa ein Drittel und das Mortalitätsrisiko sogar um etwa die Hälfte niedriger lag. Auch für die Subgruppe der nicht-insulinpflichtigen Typ-2-Diabetiker war das Morbiditätsrisiko ebenfalls um etwa ein Drittel und das Mortalitätsrisiko um rund 40 Prozent niedriger. Die ROSSO-Studie hat damit gezeigt, dass die Blutzucker-Selbstkontrolle die Lebenserwartung und Lebensqualität von Patienten mit Typ-2-Diabetes deutlich steigern kann – und zwar unabhängig vom aktuellen Therapieregime des jeweiligen Diabetikers. Die SMBG ist deshalb als integraler Bestandteil eines modernen Diabetesmanagements bei Typ-2-Diabetes zu werten. Der Patient kann jederzeit und unmittelbar prüfen, welche Nahrungs- und Genussmittel und welche Verhaltensweisen sich günstig oder ungünstig auf seinen Blutzuckerspiegel auswirken. Dies verbessert seine Compliance und stärkt seine Eigenverantwortung. Die Studienleiter sehen in der Blutzucker-Selbstkontrolle daher nicht nur eine wichtige Bewertungsgrundlage für den Erfolg der ärztlichen Therapie bzw. der Lebensführung des Patienten, sondern auch ein Motivationsinstrument, das sich positiv auf den Lebensstil des Typ-2-Diabetikers auswirkt und damit die Betreuung durch den behandelnden Arzt sinnvoll ergänzt.
 
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