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Der verunsicherte Patient
Von Annegret Hofmann
Informationen, sagt man, helfen bei der Entscheidungsfindung. Wie aber sich entscheiden, wenn Informationen einander widersprechen? Wenn der eine dies behauptet und der nächste das Gegenteil? So geschieht es in diesen Wochen im Falle der Gesundheitspolitik hierzulande, und ein exemplarisches Beispiel dafür lieferten zwei Studien, die in Berlin unmittelbar hintereinander vorgestellt wurden.

Während der Verband Forschender Arzneimittelhersteller in der seinigen, erarbeitet vom Berliner IGES-Institut, den Nutzen innovativer Arzneimittel für die Gesundheit der Deutschen hervorhob und der Politik vorwarf, mit ihrer Sparorgie Gesundheitswesen und Pharmaindustrie gleichermaßen in den Abgrund zu treiben, hörte man eine Stunde später andere Töne: Die Gmünder Ersatzkasse und der von ihr mit einer Studie beauftragte Arzneimittelexperte Prof. Glaeske sind überzeugt davon, dass Innovationen durchaus nicht immer das leisten, was die Pharmaindustrie behauptet - und was sie den, so Glaeske, in pharmazeutischen Angelegenheiten nicht ausreichend beschlagenen Ärzten einreden will.

Zwischen den Informationen irrt der verunsicherte Patient umher, zerrieben und zerknirscht. Die Parteien lassen ihn mit ihren gesundheitspolitischen Programmen weitgehend im Regen stehen, üben sich in Allgemeinplätzen. So scheint es, als seien ihnen die Interessen von Wirtschaft und Verbänden letztlich wichtiger als die des einzelnen Wählers.
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