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Verwirrung vorprogrammiert: Arzneimittelzuzahlungen
Redaktion vom 2003-11-25 22:58:49
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Hamburg. Wie die Ärzte, so sehen auch die Apotheker den drastischen Veränderungen durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz ab 1. Januar 2004 mit Sorge entgegen. Vor allen die erhöhten Zuzahlungen die der Wegfall jeglicher Befreiung dürften zu einiger Verwirrung der Patienten führen. Ärzte wie auch Apotheker sind in der komplizierten Lage, die anfallenden Zuzahlungen für die Krankenkassen einzuziehen, Darauf verwies die Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) bei einem Presseseminar in Hamburg.

Zukünftig müssen alle Patienten bei verordneten Arzneimitteln zuzahlen, die bisherigen Regelungen zur Befreiung fallen weg. Das betrifft auch Sozialhilfeempfänger und chronisch Kranke. Eine finanzielle Belastungsgrenze bei zwei Prozent bzw. ein Prozent des Bruttojahreseinkommens ist zwar definiert, allerdings gibt nach Aussage der Apothekerschaft noch keine genaueren Durchführungsbestimmungen. So ist ungewiss, ab wann und wie bei Überschreitung dieser Belastungsgrenze eine Befreiung eintritt.

Neu ist auch, dass die Kosten für nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel generell nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden. Ausnahmen sind Kinder bis 12 und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis 18. Bis zum 1. April 2004 soll allerdings eine Liste von Wirkstoffen vorliegen, die weiterhin von der GKV bezahlt werden. Als Beispiel wurde ASS zur Schlaganfall-Vorbeugung genannt. Allerdings ist auch hier noch undurchsichtig, wie bis zum 1. April verfahren wird und ob die Kosten rückwirkend erstattet werden.

Auch die Höhe der Zuzahlungen ändert sich: Sie hängt nunmehr von Preis des Arzneimittels ab. Generell muss der Patient 10 Prozent selbst tragen, mindestens aber fünf, höchstens zehn Euro.
Die Zuzahlungen fließen in voller Höhe an die Krankenkassen.

Positiv für die Apotheken: Die Preisbildung ändert sich. Die Apotheker erhalten von den Kassen für jedes verordnete Medikament den gleichen Sockelbetrag und zusätzlich einen dreiprozentigen, preisabhängigen Zuschlag. Der Apothekenumsatz ist damit weitgehend unabhängig vom Preis des Arzneimittels, die Beratung wird aufgewertet.


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Till Wollheim, Gast, vom 2003-12-17 00:33:42
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